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Dies sind die Logbucheinträge der USS Enterprise (NCC-1701-A) im Jahr 2287.

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Einträge Bearbeiten

Romane: Die Sondeα Bearbeiten

Captains Logbuch, Sternzeit 8475.3
Was zunächst nur Starfleet Command wusste, ist nun allgemein bekannt: Der romulanische Prätor, von dem manche behaupten, er habe zwar in der Rangfolge nur an dritter Stelle gestanden, sei jedoch unter jenen, die das romulanische Imperium beherrschten, der Mächtigste gewesen, ist tot. Die offizielle Meldung, übermittelt vom romulanischen Gesandten und bestätigt durch die Interimsregierung, spricht von einem »natürlichen Tod nach langer Krankheit, verursacht durch die Belastung seines Amtes«. Romulanische Beobachter innerhalb der Föderation halten die >lange Krankheit< für einen Hinweis auf ein langsam wirkendes Gift und vermutlich denken auch viele im Reich ähnlich darüber. Manche sprechen sogar von einem zu langsam wirkenden Gift. Aber die Wahrheit werden wir wahrscheinlich nie erfahren.
In einem für eine Regierung die sich nach dem Tod ihres Führers eigentlich erst neu konsolidieren müsste, ungewöhnlichen Schritt hat das Reich ein vorsichtiges Friedensangebot an die Föderation gerichtet. Es verlangt in der typischen gestelzten Ausdrucksweise, die nur wenig Raum für Konzessionen zulässt, ein Treffen führender Köpfe auf einer unbewohnten Welt ihrer Wahl tief in der romulanischen neutralen Zone. Während die Experten das angebot eher als >Fühlungnahme< denn als echte Friedenskonferenz betrachten, besteht dennoch die Hoffnung, daraus könnte etwas ähnlich Bedeutsames erwachsen wie die andauernden Friedensverhandlungen mit dem klingonischen Imperium. Ich hege daran allerdings ernste Zweifel, die zum Teil in der >offiziellen< Reaktion auf die Bemühungen der Föderation begrundet sind, die Romulaner darüber aufzuklären, dass der Kurs der Sonde diese gefährlich nahe an das romulanische Raumgebiet heranführt. Die Romulaner leugneten die Existenz der Sonde und fühlten sich zudem bemüßigt, darauf hinzuweisen, dass »jeder Versuch, die Bewegung von Schiffen innerhalb des romulanischen Reichs zu überwachen, sich negativ auf die gegenwärtigen Bemühungen, Beziehungen zwischen der Föderation und dem Reich aufzubauen, auswirken könnte«.
Unterdessen ist die Enterprise ausgewählt worden, als Fährschiff bei den anstehenden Verhandlungen zu dienen, wie es Admiral Cartwright ausdrückte. Wir werden also die diplomatische Delegation der Föderation an den Konferenztisch schaffen und dann friedlich danebenstehen und dabei so viel guten Willen demonstrieren wie das einem Schiff der Constitution-Klasse möglich ist. Wenn ich allerdings aus meinen Erfahrungen etwas gelernt habe, dann die Tatsache, dass nichts jemals so glatt läuft, wie es die Optimisten unter uns gern sehen würden – und ganz besonders dann nicht, wenn die Romulaner mit von der Partie sind. Und wenn sich zudem noch ein Joker wie die Sonde im Spiel befindet, die gegenwärtig immer tiefer in romulanisches Gebiet eindringt, dann ist Mr. Scotts Versicherung, alles an Bord der Enterprise werden >in Ordnung< sein, noch bevor wie das Raumdock verlassen, willkommener als je zuvor.

  • Sternzeit 8478.4:

Captains Logbuch, Sternzeit 8478.4
Die Enterprise und ihre Crew bereiten sich weiter auf den Abflug vor. Niemand rechnet mit irgendwelchen Problemen, die uns hindern könnten, den vorgesehenen Zeitplan einzuhalten, nach dem wir uns in zehn Tagen mit dem romulanischen Schiff Galtizh treffen sollen. Spock steht täglich in Kontakt mit dem Starfleet-Team das die Sonde verfolgt und versucht, aus der Unmenge von Sensordaten schlau zu werden, die während ihres verhängnisvollen Weges durch das Föderationsgebiet aufgezeichnet worden sind. Man hat ihm die Genehmigung erteilt, eine vollständige Kopie dieser Aufzeichnungen in die Speicherbank der Enterprise zu überspielen. Im Gegensatz zum Starfleet-Team scheint er eine Theorie über die Natur der von der Sonde erzeugten Energiefelder zu haben, doch bisher hat er seine Vermutungen noch niemanden mitgeteilt. »Es bedarf weiterer Untersuchungen«, erklärt er, doch worauf träfe das angesichts seiner Maßstäbe nicht zu?
Was die diplomatische Front betrifft, so befinden sich Commander Riley und sein Stab bereits an Bord, ebenso wie der größte Teil von Dr. Benars Archäologen-Team un die Musiker. Von den wichtigen Personen fehlt als einziger der Dirigent des >Orchesters<, ein gewisser Andrew Penalt. Glaubt man jenen, die ihn kennen, so liebt er große Auftritte in letzter Minute.
Die bereits an Bord befindlichen Passagiere stellen ein interessantes Beispiel von Vielfältigkeit dar. Sowohl die Archäologen wie die Musiker scheinen nicht nur nach ihren Kenntnissen und Fähigkeiten ausgewählt worden zu sein, sondern auch, um den eher homogenen Romulanern Anschauungsunterricht in gemischtrassiger Harmonie zu geben. Dies ist zumindest eine der Theorien. In beiden Lagern ist es bereits zu hitzigen Wortgefechten darüber gekommen. Ich hoffe nur, dass Dr. Benar, deren Fähigkeiten als Mittlerin sowohl im musikalischen wie im wissenschaftlichen Bereich tatsächlich ähnlich ausgeprägt erscheinen, wie Uhura behauptet hat, sich weiterhin durchsetzen kann. Und dass sie in der LAge ist, ihre nachgerade vulkanische Objektivität aufrechtzuerhalten, wenn sie erst auf Temaris Vier allein unter Romulanern ist.

  • Sternzeit 8488.7:

Captains Logbuch, Sternzeit 8488.7
Ein Schiff der Ersten Föderation, die Guarnerius hat gemeldet, dass die Sonde plötzlich die Neutrale Zone durchquert hat und in den romulanischen Raum eingedrungen ist. Die Vorstellung sie bedinde sich auf einer Art >Spazierflug<, ist damit gründlich widerlegt worden. Sie hat den leicht gekrümmten Kurs, dem sie auf ihrem Weg durch die Erste Föderation folgte, abrupt verlassen und fliegt jetzt entlang einer absolut geraden Linie. Darüber hinaus hat sie ihre Geschwindigkeit mehr als verdoppelt.
Logischerweise erhebt sich jetzt die Frage, warum sie sich so verhält.
Ob sich ihrgendwelche signifikante Welten – oder Außenposten auf ihrem gegenwärtigen Weg befinden, ist nur den Romulanern bekannt und die äußern sich nicht dazu, all den angeblich durch Perestroika und Glasnost hervorgerufenen Umwälzungen zum Trotz. Die von der Guarnerius übermittelten Informationen wurden an die romulanische Interimsregierung weitergeleitet, doch die einzige Reaktion des Komitees bestand darin, die Existenz der Sonde abermals in knappen Worten zu leugnen, verbunden mit der noch unfreundlicher gefassten Wiederholung der Warnung, Föderationsschiffe sollten sich vom Gebiet des Reichs fernhalten.

  • Sternzeit 8489.1:

Captains Logbuch, Sternzeit 8489.1
Das erste >diplomatische Arbeitstreffen< ist für heute Morgen 0900 Uhr auf der Galtizh angesetzt. Nach dem gewaltigen Eindruck, den die Frau des romulanischen Botschafters gestern Abend auf dem Empfang hinterlassen hat, sind die Hoffnungen möglicherweise etwas gestiegen, aber niemand hält deswegen dem Atem an. Selbst Penalt, der offensichtlich genau weiß, dass man Fliegen mit Honig fängt, zeigt sich von seiner besten Seite. Hätte ich sein Gesicht nicht direkt nach Jandras Darbietung gesehen, hätte ich sein Angebot vielleicht sogar als ehrlich und altruistisch eingestuft, statt den schlichten Opportunismus zu erkennen.
Der erste Einsatz der Archäologen-Teams ist ebenfalls für 0900 Uhr vorgesehen, obwohl die Forscher, ginge es nach Dr. Benar und den anderen, am liebsten bereits beim ersten Sonnenstrahl anfangen würden. Tatsächlich scheint es einen >informelle< Übereinkunft zwischen beiden Team zu geben, denn der Transporterraum wurde schon vorgewarnt, dass spätestens ab 0700 Uhr mit Verkehr in Richtung Temaris zu rechnen sein. Wenn die Verständigung zwischen den Teams unten auf Temaris ebenso glatt verläuft wie auf dem Empfang, wo diese Übereinkunft offenbar ausgeheckt wurde, dürft sich Mr. Sulu keine Sorgen machen müsse, seine >Buddelei< könnte durch Fehlverhalten seitens Dr. Benars oder anderer gestört werden.

  • Sternzeit 8492.5:

Captains Logbuch, Sternzeit 8492.5
Gerade ist eine weitere jener mysteriösen Botschaften aus dem Reich auf dem Umweg über Admiral Cartwright zu uns gelangt. Die Sonde hat irgendetwas getan, das die Interimsregierung aufgescheucht hat, doch unser Informant ist offensichtlich nicht mit den Einzelheiten vertraut. Er weiß lediglich – oder sagt zumindest nicht mehr –, dass mehrere Funksprüche von höchster Priorität und höchster Geheimhaltungsstufe mit einem Schiff namens Azmuth ausgetauscht worden sind, dessen letzte bekannte Koordinaten sehr dicht bei dem Punkt liegen, an dem die Sonde den Berechnungen der Föderation zufolge in romulanisches Gebiet eindringen sollte.
Spock hat mittlerweile die erste Sichtung der Daten aus der Exodus-Halle beendet, aber wir wissen immer noch nicht mehr darüber, wohin die Erisianer gegangen sind – ob sie überhaupt irgendwohin gegangen sind –, als vor Temaris. Nach der letzten Zählung passen etwas mehr als tausend der insgesamt zehntausend Koordinatensätze zu bekannten Objekten, darunter die Überreste von dreiundzwanzig Supernovae, rund fünfhundert Novae sowie eine ähnlich große Zahl von teilweise sehr stark pulsierenden Sternen. Wir Dr. McCoy treffend bemerkte: »Wenn das die Sterne sind, zu denen die Erisianer auswandern wollten, sollten sie besser ihren Reiseveranstalter feuern.« Die derzeit meistgehörte Theorie besagt, dass die Koordinaten nicht mit dem Fortgehen der Erisianer zu tun haben, sondern Teil einer Langzeitstudie sind, die das Verhalten instabiler Sterne erforscht. Allerdings hat bisher niemand einen überzeugenden Grund nennen können, weshalb die Koordinaten und die Sternkarten wie Heiligtümer in einer Reihe von >Museen< auf jeder bekannten erisianischen Welt aufbewahrt wurden.
Unsere vordringliche Sorge gilt jedoch der diplomatischen Entwicklung. Nach fast dreitägigem Schweigen – abgesehen von seiner mit versteinerter Miene vorgebrachten Begrüßung beim Empfang auf der Galtizh am gestrigen Abend und der widerwillig zurückgezogenen >Forderung< nach dem Kristall aus der Exodus-Halle – hat Tiam plötzlich um ein zweites Treffen mit Botschafter Riley nachgesucht. Ob seine Bitte etwas mit dem Kristall oder den angeblichen Aktivitäten der Sonde zu tun hat – oder gar mit ihrer angeblichen Existenz –, wird sich vermutlich auf der für 1400 Uhr angesetzten Begegnung herausstellen. Ein weiteres Rätsel stellt das >informelle< Treffen dar, um das mich Commander Hiran gebeten hat und das weder auf der Enterprise noch der Galtizh, sondern auf Temaris stattfinden soll und zwar ebenfalls um 1400 Uhr.

  • Sternzeit 8493.4:

Captains Logbuch, Sternzeit 8493.4
Erwartungsgemäß zeigten sich weder Admirl Cartwright noch der Präsident besonders erfreut über die jüngste Entwicklung, obwohl Cartwright sich nicht sonderlich über die Sabotage, von Rileys Verletzungen einmal abgesehen und den wahrscheinlichen Abbruch der Konferenz aufzuregen schien. »Ich hatte mit Heimtücke seitens der Romulaner gerechnet«, sagte er, »und ich bin nicht enttäuscht worden.« Außerdem warnte er mich davor, auf »scheinbar rational handelnde Romulaner« hereinzufallen. Er formulierte diese Warnung zwar als allgemeine Maxime, bezog sich aber offensichtlich auf meine Hoffnung, man könne Commander Hiran zumindest bis zu einem gewissen Grad trauen und die Verbindung zwischen uns sei es wert, weiterhin gepflegt zu werden.
Dann ging der Admiral auf den Inhalt einer weiteren Nachricht jenes noch immer unbekannten Romulaners ein, der uns als erster über den Tod des Prätors in Kenntnis gesetzt hatte. Diesmal dreht es sich um den bevorstehenden Abbruch der Konferenz. Entsprechende Gerüchte kursierten bereits in der Zitadelle und die Reformer, obwohl noch an der Macht, bewegten sich auf zusehends unsicherer werdendem Boden. Tenor der Botschaft war die eindringliche Bitte, »jede nur mögliche Anstrengung zu unternehmen, um diese Gelegenheit nicht verstreichen zu lassen, so gering die Erfolgsaussichten auch sein mögen«. Als ich nachfragte, ob diese mysteriöse Stimme aus dem Reich nicht auch in die Kategorie der »scheinbar rational handelnden Romulaner« gehöre, vor denen ich gewarnt worden war, blieb Cartwright stur bei seiner misstrauischen Haltung. Ich frage mich, ob er in der Anfangszeit seiner Karriere, als er unter anderem auch Patrouillenflüge längs der neutralen Zone unternahm, nicht vielleicht ebenfalls inoffizielle Kontakte zu einem Mann wie Hiran hatte.
Nach Auskunft von Starbase dreizehn und einiger Aufklärungsschiffe wird die Sonde Temaris in wenigen Stunden passieren. Bei ihrer derzeitigen Geschwindigkeit wird sie die Föderation – und die Erde – in knapp zwei Tagen erreichen. Bei der Entschlüsselung der von der Sonde abgestrahlten Sendung sind wir durch die Erkenntnis, dass es sich möglicherweise um eine Sprache handelt, bisher allerdings kaum weitergekommen. Spock hat nicht mehr geschlafen, seit er mit dieser Arbeit begonnen hat und Jandra, Uhura und viele der anderen Musiker haben sich auch nur kurze Ruhepausen gegönnt. Selbst Penalt lässt sich hin und wieder blicken, obwohl er mehr daran interessiert schein sich bei Jandra einzuschmeicheln, als sich an der Analyse der Aufzeichnungen zu beteiligen. Die anderen verbringen jedoch den größten Teil ihrer Zeit mit dem Anhören der Klänge. Einige haben versucht, die Aufzeichnungen schneller oder langsamer oder sogar rückwärts abzuspielen, um vielleicht >intuitiv< einen Sinn darin zu erkennen, der einem auf streng mathematischer Basis arbeitenden Computer verborgen bleiben würde. Bisher ist es ihnen freilich nur gelungen, auch auf anderen Frequenzen als in dem von Uhura ursprünglichen erkannten Bereich zwischen zwei- und dreitausend Hertz bestimmte Muster zu identifizieren. Die Frequenzen bewegen sich dabei einerseits zwischen zehn und zwanzig Hertz, reichen aber andererseits auch in den Ultraschallbereich von bis zu hundert Kilohertz hinauf.
All diese Muster reichen jedoch nicht aus, um dem Computer mit seinem universellen Übersetzungsprogramm eine brauchbare Übertragung zu ermöglichen. Immer wieder scheint es so, als stünde er dicht vor einem Erfolg, nur um dann doch wieder einen Rückzieher zu machen. Wenn Spock ihn dann befragt, bekommt er regelmäßig zu hören, dass bestimmte Muster, die zunächst gleichartig erschienen, bei tiefergehender Analyse doch wieder Unterschiede aufwiesen. Spock hat dazu eine interessante Analogie entwickelt. In einigen irdischen Sprachen, wie etwas dem Mandarin-Chinesisch, hängt die tatsächliche Bedeutung gleichartig erscheinender Worte nicht nur von der Modulation und Stimmhöhe ab, sondern auch vom harmonischen Gesamtzusammenhang. Er vermutet in den Emissionen der Sonde eine Art >Wild Card<, die bisher weder er noch der Computer oder die Musiker identifizieren konnten, einen Faktor also, der die mit einem bestimmten Klangfragment verbundene Bedeutung scheinbar zufällig verändert.
Auf der Habenseite können wir immerhin verbuchen, dass Commander Scott, nachdem Spock ihm erklärt hatte, was ihm vorschwebte, sehr schnell einen Traktorstrahl so modifizieren konnte, dass wir ihn als >Stimme< benutzen können, um mit der Sonder zu >sprechen<. Sofern nicht noch ein Wunder geschieht, werden wir beim Eintreffen der Sonder über Temaris allerdings nur in der Lage sein, ihr die eigenen Wort zurückzusenden, wie eine Art Echo, das sich um Monate verspätet und dabei Tausende von Parsec zurückgelegt hat. Wir können nur hoffen, dass es sich bei diesen Aufzeichnungen um eine Begrüßung und nicht um eine Kampfansage handelt.
Die Galtizh hat bisher noch kein Anstalten gemacht, ins Reich zurückzukehren, reagiert aber nicht auf unsere Versuche, wieder Kontakt aufzunehmen, von gelegentlichen Anfragen, ob wir bereits wären, die >Geiseln< auszuliefern, einmal abgesehen. Allerdings zeigen unsere Sensoren an, dass man auf der Galtizh, trotz der fehlenden Bereitschaft zu antworten, sehr aufmerksam allem lauscht, was wir ihnen mitzuteilen versuchen. Zumindest wissen sie ebensogut wie wir, dass die Sonde in Kürze die Neutrale Zone passieren wird und auch, dass wir vorhaben, uns mit der Enterprise direkt in ihren Weg zu stellen und eine Kontaktaufnahme zu versuchen.
Dr. McCoy verssichert uns ständig, Botschafter Riley gehe es gut er könne »jeden Moment aufwachen«. Sulu und Uhura, die zusammen mehr Zeit bei ihm verbracht haben als McCoy, sind jedoch nicht so optimistisch. Wenn stabile Lebenszeichen überhaupt etwas zu bedeuten haben, sagen sie, hätte er schon vor mindestens vierundzwanzig Stunden aufwachen müssen. Doch abgesehen von gelegentlichen Stöhnen reagiert er nicht auf irgendwelche äußeren Reize. Sulu und Uhura, die sich auf die Theorie verlassen, dass selbst völlig komatöse Patienten bis zu einem gewissen Grad hören können, was um sie herum gesagt wird, haben jetzt mit einer eigenen Behandlung begonnen. Sie erfreuen ihn – und alle anderen – mit allen möglichen Anekdoten und Erzählungen, in denen Riley selbst eine Rolle spielt. Ich habe den Verdacht, dass darunter auch ein paar Geschichten sind, die sich nie so zugetragen haben.

  • Sternzeit 8495.3:

Captains Logbuch, Sternzeit 8495.3
Mehr als zwei Tage lang sind die Enterprise und die Galtizh von der Sonde mitgerissen worden, deren Geschwindigkeit Commander Sulu auf Warp dreißig schätzt. Soweit er das feststellen konnte, entspricht der Kurs der Sonde einer völlig geraden Linie. Bisher hat sie uns durch den Orion- und den Sagittarius-Arm geführt und ist dabei der Shapley-Ballung unangenehm nahe gekommen. Mittlerweile haben wir den Bereich der Ballung wieder verlassen und steuern ein weitere Segment des Sagittarius-Arms an. Sulu schätzt die bisher zurückgelegte Entfernung auf fünfzehntausend Parsec und die Sonde zeigt keinerlei Anzeichen, die vermuten lassen könnten, dass sie langsamer zu werden oder anzuhalten beabsichtigt. Tatsächlich hat die Sonde seit dem Beginn dieser transgalaktischen Odyssee – abgesehen von der Demonstration einer beneidenswerten Kraftquelle – überhaupt nichts erkennen lassen. Soweit die Sensoren der Enterprise das feststellen können, strahlt die Sonde nicht die geringsten Emissionen aus. Die Galtizh behauptet, ebenfalls keinerlei Strahlung wahrnehmen zu können und da diese Aussage nicht von Tiam, sondern von Hiran stammt, bin ich geneigt, ihr Glauben zu schenken.
Trotz der Hilfe der Romulaner hat es bisher kaum Fortschritte bei der Entschlüsselung der Sendungen gegeben, die bereits in unserem Computer abgespeichert sind. Die Entdeckung der kristallinen Struktur im Innern der Sonde hat zu einem kurzlebigen Optimismus geführt, der auf der Tatsache beruhte, dass die auf Temaris gefundene, gleichartige Struktur »entworfen wurde, um gelesen zu werden«, wie Spock es formulierte. Leider können wir ohne direkten Zugriff auf den Kristall der Sonde nicht einmal den Versuch unternehmen, ihn in der gleichen Art zu >lesen<, wie Spock es bei dem Temaris-Kristall getan hat. Die Sendungen der Sonde scheinen dagegen eher »entworfen zu sein, um zu verwirren«. Bisher haben wir lediglich zwei Dinge mit Sicherheit feststellen können: Die Muster werden im Verlauf des zwanzigminütigen Zyklus zunehmend komplexer. Und die >Antwort< der Sonde auf unsere Sendung unterscheidet sich tatsächlich völlig von ihren früheren Ausstrahlungen. Leider weiß bisher niemand, ob diese >Antwort< uns etwas mitteilen oder fragen will, oder ob es sich nur um eine weitere Aufzeichnung handelt, deren Wiedergabe wir oder die Romulaner irgendwie ausgelöst haben. Die uns von der Galtizh überlassenen Aufzeichnungen haben uns auch nicht weitergeholfen, sondern nur bestätigt, dass sie mit den uns bereits vorliegenden identisch sind. Die Sonde scheint stets die gleiche Botschaft zu verbreiten, in welchem Bereich des Alls sie sich auch aufhält – oder zumindest war es so, bis die Enterprise und die Galtizh ihr mit den eigenen Klängen antworteten.
Wie ernsthaft die Romulaner tatsächlich zu helfen versuchen, bleibt ein offenes Feld für Spekulationen. Die Musiker und Archäologen, die herübergebeamt sind, um mit Spock zusammenzuarbeiten, scheinen uns ernsthaft unterstützen zu wollen. Botschafter Tiam hingegen stellt offenbar als Einziger eine Ausnahme dar, obwohl er ständig die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit bekundet. Sein plumper Versuch, durch seine Frau an unsere >Geheimnisse< zu kommen, widerspricht jedenfalls seinen Worten. Falls seine angeblichen linguistischen Kenntnisse ihm zu gewissen Einsichten über die Bedeutung der von der Sonde verbreiteten Botschaft verholfen haben, so lässt er darüber nichts verlauten. Wie die meisten Nichtmusiker, mich selbst eingeschlossen, zeigt er sich völlig unfähig, die in den Aufzeichnungen enthaltenen Muster zu erkennen, selbst wenn man sie ihm wiederholt vorspielt. Andererseits war etwa ein Viertel der romulanischen Musiker auch ohne Hilfe in der Lage, eines oder mehrere dieser muster zu erkennen. Die prozentuale Trefferquote liegt damit etwas höher als bei den Föderationsmusikern. Einer hat sogar ein Muster entdeckt, das selbst Jandra entgangen war. Leider war aber keiner von unseren und nur einer der romulanischen Musiker fähig, diese Entdeckung zu bestätigen.
Natürlich warten alle gespannt darauf, dass unsere >Reise< endet oder Spock und seine Gruppe einen Durchbruch verkünden, sodass wir mit unserem Reiseleiter reden können.
Ein Großteil von uns wartet freilich noch sehnsüchtiger darauf, dass Botschafter Riley endlich aufwacht. Trotz McCoys Versicherung die Einwirkung der Sonde habe keine »dauerhaften Schäden hinterlassen«, fürchten Uhura, Sulu und sogar Dajan allmählich, es könnte sich doch anders verhalten. Uhura und Sulu können Riley derzeit immer nur kurze Besuche abstatten, doch Dajan, dessen Fähigkeit, musikalische Muster zu erkennen, ähnlich begrenzt ist wie meine eigene, scheint diese Aufgabe jetzt übernommen zu haben. Aber obwohl alle drei hin und wieder einzelne Reaktionen auf ihre Monologe bemerkt haben, hat keiner von ihnen das Gefühl, Riley sei der Wiedererlangung seines Bewusstseins jetzt näher als zu dem Zeitpunkt, als die Sonde ihre telekinetischen Kräfte zum erstenmal auf uns richtete.

  • Sternzeit 8501.2:

Captains Logbuch, Sternzeit 8501.2
Mr. Sulus »über den Daumen gepeilten« Berechnungen zufolge schaffte die Sonde den Rückflug in einer ähnlich rekordverdächtigen Zeit – mit schätzungsweise Warp dreißig – und beendete damit das wohl längste Abschleppmanöver in der Geschichte der Romulaner oder der Föderation. Ihre Abreise wenige Sekunden, nachdem sie die Enterprise und die Galtizh am Rand des Temaris-Systems abgesetzt hatte, erfolgt mit ähnlicher Geschwindigkeit. Es dürfte niemanden überraschen, dass die >Temaris-Konferenz< nicht wieder aufgenommmen wurde. Alle Beteiligten erwarten die Anweisung, sich bis auf weiteres aus der Neutralen Zone zurückzuziehen. Erstaunlicherweise ist die reformorientierte Interimsregierung noch immer an der Macht, wenngleich sie nicht allzu fest im Sattel sitzt. Hirans Vorwürfe der Sabotage gegen Botschafter Tiam und Commander Jenyu haben ihr einen gewissen Auftrieb verschafft, doch Jenyus Hintermänner erwidern das Feuer mit den zu erwartenden Anschuldigungen gegen Hiran, die in der Regel auf >Kollaboration mit dem Feind< hinauslaufen, womit ich gemeint bin. Doch immerhin besitzt Hiran wieder die Kontrolle über sein Schiff und Jenyu und seine Leute sind sicher in den Arrestzellen der Galtizh untergebracht.
In den vergangenen Tagen haben wir sehr viel von der Sonde gelernt und wie es scheint, hat die Sonde ihrerseits auch ein wenig von uns >Milben< profitiert. Nachdem Spock beispielsweise als einzige Milbe direkten Zugang zu den >Innereien<, wie McCoy sich ausdrückte, erhalten hatte, war er in der Lage, die verschiedenen [Paradoxa aufzulösen, die die Sonde zunächst veranlasst hatten, uns quer durch die Galaxis zu verschleppen und anschließend fast zu ihrem Zusammenbruch geführt hätten. Mithilfe des Computers der Enterprise erweiterte Spock die sehr enggefasste Definition der Schöpfer über Intelligenz, sodass jetzt auch technologisch fortgeschrittene Milben darunter fallen, sogar solche, die wie wir selbst jeweils nur zu einer einzigen Konversation fähig sind. In ähnlicher Weise vermochte er auch die Zielsetzung der Schöpfer zu modifizieren, sodass die Sonde jetzt nicht mehr nur nach Lebensformen sucht, die möglicherweise eines Tages so wie ihre Schöpfer werden, sondern auch nach ihren Schöpfern selbst, wohin auch immer die Überlebenden gegangen sein mögen.
Es gelang Spock nicht, die >verlorenen< Erinnerungen der Sonde wiederherzustellen. So blieb ihm nichts anderes übrig, als die Logik dessen zu bestätigen, was die Sonde bereits selbst gefolgert hatte: Dass sie auf einer Gruppe von besonders bösartigen Aliens gestoßen war, die sie fast vernichtet hätten, bevor es ihr gelang, sie zu vertreiben und dass die gleichen Aliens ihren Weg zur Heimatwelt zurückverfolgt hatten, was zum zweiten Scheiden führte. Wie Dr. McCoy bemerkte, erschienen ihm diese Aliens wie eine Rasse von >Super-Klingonen< und wir hoffen, dass ihre dreihundert Jahrtausende währende Abwesenheit weiterhin andauert.
Dr. Benar hält diese Hoffnung jedoch für extrem optimistisch. Sie glaubt, diese Aliens seien keineswegs die ganze Zeit über verschollen geblieben, sonder hätten möglicherweise auch eine Rolle beim Verschwinden der Erisianer gespielt, deren Vorfahren, wie sie vermutet, jene Milben waren, deren Zivilisation beim ersten Scheiden untergegangen ist.
Bedauerlicherweise ist sie in der Lage, ihre Ansicht sehr überzeugend zu vertreten.



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